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Recovery • 10 min Lesezeit

Aktive Erholung: Was du an Ruhetagen tun solltest, um deine Gains zu maximieren

Kompletter Guide zur aktiven Erholung: Warum Ruhe nicht Stillstand bedeutet, was du an trainingsfreien Tagen tun solltest und wie du die Muskelregeneration beschleunigst.

Por D-Fit Team
Aktive Erholung: Was du an Ruhetagen tun solltest, um deine Gains zu maximieren

Ruhetage sind nicht dafür da, als Gemüse auf der Couch zu liegen. Aktive Erholung kann deine Gains beschleunigen, ohne die Ruhe zu gefährden, die dein Körper braucht.

Schauen wir uns an, was funktioniert und was Zeitverschwendung ist.

Was ist aktive Erholung?

Aktive Erholung ist jede Aktivität niedriger Intensität, die an Ruhetagen durchgeführt wird, um die Regeneration zu fördern, ohne zusätzlichen Stress zu erzeugen.

Passive Erholung:
→ Stillliegen, schlafen, körperlich nichts tun

Aktive Erholung:
→ Leichte Bewegung, die dem Körper bei der Regeneration hilft
→ Niedrige Intensität (erzeugt keinen neuen Muskelschaden)
→ Erhöht den Blutfluss ohne Ermüdung

Warum es funktioniert

Physiologie der Erholung

Wenn du hart trainierst:

1. Mikroskopische Muskelschäden
2. Lokale Entzündung
3. Ansammlung von Stoffwechselprodukten
4. Ermüdetes Nervensystem

Was aktive Erholung bewirkt:

✅ Erhöht den Blutfluss → Mehr Nährstoffe für die Muskeln
✅ Hilft, Stoffwechselrückstände zu entfernen
✅ Reduziert Muskelsteifheit
✅ Erhält die Gelenkbeweglichkeit
✅ Aktiviert das parasympathische Nervensystem (Entspannung)

Was die Wissenschaft sagt

Studien zeigen, dass aktive Erholung:
- DOMS (verzögerter Muskelkater) um 10-20% reduziert
- Die Rückkehr zur Leistungsfähigkeit um 10-15% beschleunigt
- Kraftzuwächse nicht beeinträchtigt
- Die subjektive Wahrnehmung der Erholung verbessert

Aber Achtung: Der Nutzen ist moderat. Es ist nicht magisch. Es ist ein zusätzliches Werkzeug.

Was du an Ruhetagen tun solltest

1. Leichtes Gehen (20-40 Minuten)

Die einfachste und effektivste Form der aktiven Erholung.

Warum es funktioniert:
✅ Keine Belastung der trainierten Muskeln
✅ Erhöht den allgemeinen Blutfluss
✅ Kein Equipment nötig
✅ Reduziert Stress (Zeit an der frischen Luft)
✅ Fördert die Verdauung

Ideale Intensität:

Normal sprechen können
Herzfrequenz: 50-60% des Maximums
Spaziergang, kein Cardio

Wann: Jederzeit. Nach dem Essen ist optimal.

2. Leichtes Schwimmen oder Aquagymnastik

Ausgezeichnet für die Erholung, besonders wenn du hart trainierst.

Warum es funktioniert:
✅ Keine Gelenkbelastung
✅ Hydrostatischer Druck reduziert Schwellungen
✅ Arbeitet sanft den ganzen Körper
✅ Entspannende Wirkung

Intensität: Entspanntes Schwimmen, kein Schwimmtraining.

3. Yoga oder Dehnen

Besonders nützlich für Menschen mit Steifheit nach dem Training.

Warum es funktioniert:
✅ Erhöht die Beweglichkeit
✅ Reduziert Muskelverspannungen
✅ Mentale Komponente (Entspannung)
✅ Arbeitet mit der Atmung

Empfohlene Arten:

✅ Restauratives Yoga
✅ Yin Yoga (lange Haltungen, niedrige Intensität)
✅ Leichtes statisches Dehnen

❌ Vermeiden: Power Yoga, Hot Yoga, intensives Vinyasa
   (Das ist Training, keine Erholung)

Dauer: 20-45 Minuten reichen aus.

4. Gelenksmobilität

Einfache Routinen, um die Gelenke gesund zu halten.

Grundroutine (10-15 Min):
- Nackenkreise: 10 in jede Richtung
- Schulterkreise: 10 in jede Richtung
- Hüftrotationen: 10 in jede Richtung
- Fußgelenkskreise: 10 in jede Richtung
- Cat-Cow (Wirbelsäule): 10 Wiederholungen
- Brustwirbelsäulen-Rotation: 10 pro Seite

Vorteile:

✅ Erhält den Bewegungsumfang
✅ Schmiert die Gelenke (Synovialflüssigkeit)
✅ Identifiziert verspannte Bereiche
✅ Beugt Verletzungen vor

5. Leichtes Radfahren

Optimal für die Erholung nach dem Beintraining.

Warum es funktioniert:
✅ Zyklische Bewegung erhöht den Blutfluss
✅ Geringe Belastung
✅ Überlastet bereits ermüdete Muskeln nicht

Intensität:

Freizeitradeln (10-15 km/h)
Normal sprechen können
20-30 Minuten reichen
KEIN Bike-Training

6. Foam Rolling / Selbstmassage

Umstritten, kann aber helfen.

Was wir wissen:
✅ Kann DOMS vorübergehend reduzieren
✅ Erhöht kurzfristig den Bewegungsumfang
✅ Subjektives Gefühl, Muskeln zu "lockern"
⚠️ Beschleunigt keine strukturelle Erholung
⚠️ Vorteile können Placebo sein

Wenn es dir gefällt:

- 5-10 Minuten pro Bereich
- Mäßiger Druck (unangenehm, nicht schmerzhaft)
- Fokus auf verspannte Bereiche
- Nicht über Gelenke/Knochen rollen

Häufige Bereiche:

- Quadrizeps
- Gesäß
- Latissimus
- Waden
- IT-Band (mit Vorsicht)

Was du an Ruhetagen NICHT tun solltest

1. “Leichtes” Training, das schwer wird

❌ "Ich mache nur ein paar leichte Übungen"
→ Wird zu echtem Training
→ Keine Erholung

Wenn du im Gym bist, ist es keine Ruhe.

2. Intensives Cardio

❌ HIIT als "aktive Erholung"
❌ Hartes Laufen
❌ Intensive Spinning-Kurse

Das ist TRAINING, keine Erholung.

3. Schmerzende Muskeln trainieren

❌ "Training hilft, den Schmerz zu lindern"
→ Kann vorübergehend erleichtern
→ Aber verzögert die echte Erholung
→ Verletzungsrisiko steigt

4. Fasten oder drastisches Kaloriendefizit

Ruhetage ≠ Tage mit weniger Essen

Dein Körper braucht:
✅ Protein zur Muskelreparatur
✅ Kalorien für Erholungsenergie
✅ Kohlenhydrate zur Glykogenwiederauffüllung

5. Nicht schlafen

❌ "Ich habe nicht trainiert, ich kann lange wach bleiben"

Schlaf ist, wenn die Magie der Erholung passiert.
Ruhetage = WICHTIGER, gut zu schlafen

Erholungsprotokoll nach Trainingsart

Nach schwerem Beintraining

Nächster Tag:
- Leichtes Gehen: 20-30 Min
- Dehnen der hinteren Oberschenkel/Quadrizeps
- Foam Rolling Gesäß und Quads (optional)

Was vermeiden:
- Laufen
- Übermäßig Treppen steigen
- Jede Beinübung

Nach Oberkörpertraining

Nächster Tag:
- Normales Gehen
- Schultermobilität
- Dehnen von Brust/Latissimus
- Brustwirbelsäulen-Rotation

Was vermeiden:
- Liegestütze "zum Erhalt"
- Schweres Core-Training

Nach Ganzkörpertraining oder HIIT

Nächster Tag:
- Sehr leichtes Gehen oder nur Mobilität
- Restauratives Yoga
- SCHLAF priorisieren

Körper braucht mehr allgemeine Erholung.

Aktive Erholungsroutine (20-30 Min)

Komplette Routine für Ruhetage:

Teil 1: Mobilität (5-7 Min)
- Nackenkreise: 1 Min
- Schulterkreise: 1 Min
- Cat-Cow: 1 Min
- World's Greatest Stretch: 2 Min
- Hüftrotation: 1 Min

Teil 2: Dehnen (10-15 Min)
- Hüftbeuger-Dehnung: 1 Min pro Seite
- Oberschenkelrückseite: 1 Min pro Seite
- Quadrizeps-Dehnung: 1 Min pro Seite
- Brustdehnung an der Wand: 1 Min pro Seite
- Latissimus-Dehnung: 1 Min pro Seite
- Child's Pose: 2 Min

Teil 3: Leichtes Cardio (10 Min)
- Spaziergang an der frischen Luft
- ODER leichtes Radfahren
- ODER entspanntes Schwimmen

Teil 4: Atmung (3-5 Min)
- Zwerchfellatmung
- 4 Sekunden einatmen
- 4 Sekunden halten
- 6-8 Sekunden ausatmen
- Aktiviert das parasympathische System

Ernährung an Ruhetagen

Keine Kalorien streichen

Mythos: "Ich habe nicht trainiert, also esse ich weniger"
Realität: Erholung erfordert Energie

Beibehalten:
✅ Gleiche Proteinmenge (oder sogar mehr)
✅ Ähnliche Kalorien wie an Trainingstagen
✅ Kohlenhydrate zur Glykogenwiederauffüllung

Protein priorisieren

Proteinsynthese dauert 24-48h nach dem Training an
Ruhetage = immer noch Muskelaufbau
Ziel: 1,6-2,2g/kg Körpergewicht

Hydration

Hydration hilft bei:
✅ Nährstofftransport
✅ Entfernung von Abfallstoffen
✅ Muskelfunktion

Ziel: 35-40ml pro kg Körpergewicht
Beispiel (70kg): 2,5-2,8 Liter/Tag

Wann passive Erholung besser ist

Manchmal ist nichts tun die beste Option:

✅ Nach einem Wettkampf oder sehr intensivem Event
✅ Wenn du krank bist oder dich von einer Krankheit erholst
✅ Bei einer Verletzung
✅ Bei extremer Erschöpfung (Overreaching)
✅ Nach mehreren Wochen ohne echte Ruhe

Anzeichen, dass du totale Ruhe brauchst:

- Müdigkeit, die nicht vergeht
- Konstant sinkende Leistung
- Reizbarkeit/schlechte Laune
- Schmerzen, die nicht besser werden
- Schlechter Schlaf trotz Müdigkeit
- Erhöhte Ruheherzfrequenz

Häufigkeit der Ruhetage

Allgemeine Empfehlung

Anfänger: 2-3 Ruhetage/Woche
Fortgeschrittene: 1-2 Ruhetage/Woche
Profis: 1 Ruhetag/Woche (Minimum)

Anzeichen, dass du mehr Ruhe brauchst

- Kraft nimmt im Training ab
- Ständig Muskelkater
- Chronische Müdigkeit
- Fehlende Motivation zum Training
- Häufige Verletzungen

Anzeichen, dass du weniger Ruhe brauchst

- Schnelle Erholung
- Überschüssige Energie
- Gute Fortschritte
- Ausgezeichneter Schlaf
- Keine chronischen Schmerzen

Mythen über Ruhe

Mythos 1: “Ruhe = Gains verlieren”

❌ Falsch

Realität:
- Muskeln wachsen IN DER RUHE, nicht im Training
- Training = Stimulus
- Ruhe = Anpassung
- Ohne Ruhe = keine Gains

Mythos 2: “Mehr ist immer besser”

❌ Falsch

Realität:
- Übertraining ist real
- Erholung ist Teil des Trainings
- Elite-Athleten priorisieren Ruhe

Mythos 3: “Cardio jeden Tag hilft”

❌ Falsch

Realität:
- Intensives Cardio jeden Tag = zusätzlicher Stress
- Kann die Muskelregeneration beeinträchtigen
- LEICHTES Cardio kann helfen, intensives nicht

Fazit:

AktivitätEmpfohlenDauer
Leichtes Gehen20-40 Min
Leichtes Schwimmen20-30 Min
Restauratives Yoga20-45 Min
Mobilität10-15 Min
Leichtes Radfahren20-30 Min
Foam Rolling⚠️ Optional10-15 Min
HIIT-
“Leichtes” Training-
Intensives Laufen-

Ruhetage sind zum Ruhen da. Aktive Erholung kann helfen, aber verwandle Ruhe nicht in mehr Training. Das Ziel ist, die Erholung zu erleichtern, nicht Stress hinzuzufügen.

Wenn du unsicher bist: weniger ist mehr. Ein 20-minütiger Spaziergang und eine gute Nachtruhe tun mehr für deine Erholung als jede aufwendige Routine.


Referenzen:

  • Dupuy O, et al. “An Evidence-Based Approach for Choosing Post-exercise Recovery Techniques.” Front Physiol. 2018.
  • Barnett A. “Using recovery modalities between training sessions in elite athletes.” Sports Med. 2006.
  • Cheatham SW, et al. “The effects of self-myofascial release using a foam roll or roller massager on joint range of motion, muscle recovery, and performance.” Int J Sports Phys Ther. 2015.
Tags: #Erholung #Ruhe #Recovery #Mobilität #Training